07 Mai

OP ruft Frau Elise

Vor 4 Wochen musste ich eine kleine OP bei mir durchführen lassen.
Es war nichts Dramatisches und mir geht es gut, kein Grund um sich Sorgen zu machen.

Die OP wurde ambulant durchgeführt, was mir sehr Recht war.
Wenn es nicht sein muss, übernachte ich ungern in Krankenhäusern.
Wobei das St.Francis eastside-Krankenhaus selbst fast schon Hotelcharakter hat.

Im Warteraum sind bequeme Sessel und natürlich diverse TVs zu finden.
Könnte auch ein überdimensionales Wohnzimmer sein,
wenn nicht dann und wann jemand auf der Trage durch“s „Wohnzimmer“ gerollert wird.

Nach dem ich eingecheckt hatte, bekam NBK1971 einen Buzzer.
Das ist so ein Ding, welches man gerne in Restaurants bekommt,
wenn der Tisch noch nicht frei ist.
Irgendwann fängt das Teil an zu blinken und/oder zu brummen,
welches die Aufforderung ist am Tisch nun Platz nehmen zu können.

Die Schwester erklärte dann, dass der Buzzer zur Kommunikationsunterstützung dient.
Wenn es blinkt und brummt, sollte NBK1971 bitte zum Warteraum kommen,
da einer der Ärzte mit ihm sprechen oder die Schwester in abholen möchte.
Jedenfalls würden sie ihm empfehlen max. bis zur Cafeteria zu gehen,
denn eine groessere Reichweite hat das Ding nicht.

Anschliessend wurden NBK1971 und ich in den OP-Vorbereitungsraum gebracht,
der ebenfalls einen Fernseher hatte…alles fuer mein Entertainment.
Dort hiess es dann fuer mich, bitte nackig machen und dieses viel zu grosse,
altbackene (mit Blümchen, sah aus wie Kittelschürze) Haengerchen anziehen.
Stoppersocken bekam ich auch. 🙂

Die Schwester kam zurück und es begann die Fragestunde
(Name d. Arztes, was wird operiert usw.),um sicher zu gehen,
dass ich die richtige Patientin bin.
Weiter ging es mit der Verabreichung der Medikamente,
hierfür wurde ein Zugang in meiner Hand benötigt.
Nicht so toll…und etwas schmerzhaft beim Legen.

Nun war der Anästhesist dran mir einen Besuch abzustatten.
Gross, schlank, tiefe Stimme…und noch Zahnpasta an der Lippe…wie sympathisch. 🙂
Kurzer Fragenkatalog und schon war er wieder weg.
Zeit fuer die Schwester mit das Beruhigungsmittel zu geben…Happy-Land…yeah!

Zunächst dachte ich: „Mist, das Zeug hilft ja gar nicht.“
Der Weg zur Toilette belehrte mich eines Besseren, Zick-Zack laufen war angesagt.
„Ok, wirkt wohl doch ein bisschen.“
Einer der Operateure kam noch zu mir, aber davon weiss ich nicht mehr so viel.

Endlich ging es los, ab in den OP-Saal, aber vorher noch Hubby (Ehemann) „Tschüss“ sagen.
(Habe ich leider keine Erinnerung mehr dran.)
Im OP musste ich mich auf den OP-Tisch legen…und dann gingen bei mir die Lichter aus.

Im Aufwachraum hörte ich eine sehr nette, männliche Stimme (Nein, leider nicht NBK).
Die Stimme (sein Name war Chris, dass weiss ich noch) sagte mir, alles sei gut gegangen.
Er versorgte mich mit Schmerzmitteln und Eiswürfeln. 🙂
Meine erste Frage war: “ Wie spät ist es?“
Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich weg war. Es waren ca. 90 Minuten.

5 Minuten später rollerte man mich in den OP-Vorbereitungsraum zurück
und fast zeitgleich kam NBK1971hinzu.
Die Schwester erklärte NBK1971, worauf ich zu achten hätte die nächsten Stunden und Tage.
Ich, persönlich hatte nur 2 Fragen:

1. Wann kann ich Kaffee trinken?
2. Wann kann ich wieder LineDancing machen?

Beide schauten mich etwas verwirrt an, NBK1971 lachte dann.
Typisch Elise!

Tja, und dann wurden wir quasi rausgeschmissen aus dem Krankenhaus.
Als alles mit der Schwester besprochen war, teilte sie mir mit,
ich koenne mich anziehen und nach Hause fahren.

Meine Antwort, noch unter Drogen:
„Just give me a minute, ok.“

Nach einigen Minuten kam sie wieder und wollte wissen,
ob ich fertig wäre um entlassen zu werden.
Meine Antwort: „Sorry, I still need a moment, ok.“

Weitere Minuten vergingen und die Schwester fragte uns erneut
und ob wir Hilfe bräuchten um mich anzuziehen.
„No, we’re good. I can handle it.“ sagte NBK1971 und meinte anschliessend zu mir:
„Ich glaube, die wollen uns jetzt gerne loswerden. Lass‘ uns zusehen, das wir die Biege machen.“

Und ehe ich mich versah, sass ich im Auto.
Zu Hause erholt man sich sowieso am Besten.

Am nächsten Tag erhielt einen Anruf vom Krankenhaus.
Sie wollten wissen, ob alles in Ordnung sei, wie die erste Nacht war,
wie Stark die Schmerzen seien und ob auch alle nett zu mir gewesen sind.

Die gesamte Erfahrung war sehr gut und angenehm,
sofern man das von OPs und Krankenhäusern sagen kann.
Getanzt habe ich natürlich schon wieder,
allerdings werde ich immer wieder an meine (Schmerz)grenze geführt.
Die Genesung braucht halt ihre Zeit.

  

22 Feb

Elise in Quarantäne

Jedes Jahr im Herbst lasse ich mich gegen Grippe impfen.
Leider gehöre ich nun zu den sehr seltenen Personen,
die trotz Impfung die Grippe bekommen hat. 🙁

Normalerweise sind Erkältungen ja nach einer Woche
oder 10 Tagen zum groessten Teil auskuriert.
Ich wunderte mich, warum sich bei mir keine Besserung einstellte.
Das Fieber ist zwar nicht soo hoch,
aber seit 1 Woche stets vorhanden inkl. aller anderen Weh-Wehchen.
Also ging ich gestern zu meiner Doktorschen.

Zunächst wurde ich mit Mundschutz in den Quarantäne-Wartebereich gesetzt.
Die Sache mit dem Mundschutz fand ich ziemlich doof, da meine Nase total zu war,
so dass ich durch den Mund atmen musste…mit dem Ding vor meinem Gesicht,
bekam ich leichte Beklemmungsgefuehle.

Bevor ich die Ärztin sehen kann, wird jedes Mal eine Bestandsaufnahme von mir gemacht.
Zuerst wiegen…in voller Montur (Klamotten, Schuhe etc.) meistens frage ich,
ob ich meine Handtasche und Jacke ablegen darf.
Das Wiegeergebnis wäre sonst noch unrealistischer.

NBK macht sich gerne mal lustig ueber mich, da meine Handtasche recht schwer ist:
„Was hast du eigentlich alles da drin? Gaskocher, Igluzelt usw.?
Mit dem Inhalt kannst du wahrscheinlich mehrere Wochen in der Wildnis überleben.
Das Einzige, was du noch brauchst ist ein Kompass…
allerdings fuer die Handtasche, damit du dein Zeug auch wiederfindest.“

Anschliessend geht es in ein ca. 6 Quadratmeter grosses Zimmer.
(Sorry, ich weiss leider nicht wie ich eine kleine 2 auf mein m bekomme.)
Dort wird dann der Blutdruck gemessen und diverse Standardfragen gestellt.

Doctor's Office  Doctor's Office

Doctor's Office Doctor's Office

Meine Doktorsche horcht mich ab…natürlich ohne das ich mich frei machen muss.
Funktioniert aber wohl nicht so toll, also doch nackig machen…zumindest den Rücken.
Ich sitze immer noch mit Mundschutz dort, die Nase total zu, meine Brille beschlägt ständig
und jetzt kommt auch noch die Wattestaebchenattacke.

Die Nurse steckt mir ein langes Wattestaebchen in die Nase
und dreht und schubbert es hin und her.
Nun kann ich gar nicht mehr gucken, denn der Kitzelreiz ist brutal.
Bevor ich es nicht mehr halten kann, hält mir die Nurse (Schwester) Taschentücher vor’s Gesicht
…Glück gehabt, das wäre sonst peinlich geworden. 😉

Am Nachmittag erhalte ich einen Anruf aus der Praxis.
Mein Testergebnis ist da: Positiv…ich hab‘ die Flu (Grippe)
Das Rezept fuer Tamiflu wird gleich zur Apotheke geschickt und ich bekomme noch
einige Auflagen, wie ich mit dem „kleinen Schweinepriester“ Influenz-Virus umzugehen habe:

1. 7 Tage Quarantäne zu Hause
2. Wenn ich 24 Std. fieberfrei bin, muss Regel Nr. 1 nicht mehr eingehalten werden.
3. Das Hände-Desinfektionsmittel ist jetzt dein bester Freund.
4. Tamiflu schoen zu Ende nehmen.

Ich habe meine Quarantäne-Zone allerdings auf den Garten erweitert.
Wir haben hier seit Tagen über 20ºC und ich denke,
dass trägt zum Heilungsprozess bei. 🙂

Auch wenn ich dieses Mal Pech gehabt habe,
so bin ich trotzdem froh, dass ich geimpft bin.
Der Verlauf der Grippe ist wesentlich schwächer und komplikationsfreier.

Wer noch nie die echte Virusgrippe gehabt hat, kann froh sein.
Ich wünsche es keinem, denn man fühlt sich richtig „dreckig“.
Heute ist Tag 9 fuer mich…leichtes Fieber…immer noch…
aber dank Antibiotikum und Tamiflu fühle ich mich heute den ersten Tag besser. 🙂

12 Jan

Wild Wild West 2010 Anhang: „Das sind Dinge, von denen ich gar nichts wissen will…“

Eigentlich bin ich kein besonders grosser „Ärzte“-Fan,
aber ein ganz bestimmter Titel von ihnen hat es mir besonders angetan.
„Dinge von denen“ spricht mir manchmal aus der Seele…
[„Die Ärzte“ sind eine sehr bekannte Punkrock-Band…nur fuer den Fall,
das irgendjemand sie nicht kennt. 😉 ]

So musste ich auch an den Song denken,
als wir unsere Antelope Canyon-Tour machten.
Wir wurden zunächst in Gruppen und dann den jeweiligen Fahrern/Tourguides zugeteilt.
In unserer Gruppe befanden sich insgesamt 6 Deutsche
(ein junges Pärchen, zwei befreundete Männer, sowie NBK und ich)
die Übrigen waren aus Asien, UK und USA.

Noch bevor wir losfuhren, stürzte sich der Eine der beiden Männer,
nennen wir ihn einfach mal „nerviger Norman“, verbal auf das junge Paar.

Zunächst wurde allgemeiner Small Talk betrieben.
Die jeweiligen Wohnorte in Deutschland wurden ausgetauscht,
was man denn beruflich so macht und seit wann man in den USA ist,
um seinen Urlaub zu verbringen.
Soweit ja alles ganz normal.

Dann ging es etwas mehr ins Details.
Die jeweilige US-Reiseroute wurde preisgegeben,
welche Ziele man bereits auf seiner Tour besucht hatte und welche jetzt noch anstehen.
Das junge Paar hatte seine Reise in San Francisco gestartet
und hatte nun noch Las Vegas vor sich.
Las Vegas hatten sie noch nie gesehen und wollten dort ihre letzte Urlaubswoche verbringen,
während des Gesprächs hörten wir heraus, dass sie sich sehr darauf freuten.

Der „nervige Norman“ gehörte nun aber zu der Kategorie:
Kann ich…weiss ich…war ich schon!
Soll heissen, er lies keine Einzelheit aus, was man in Las Vegas machen
und was man sich sparen muss.
Hinzu kam, dass seine Anmerkungen und Erfahrungen stets sehr negativ gehalten wurden.

„Las Vegas ist ja so eine unechte Stadt…die Leute, die da leben sind doch alle realitätsfremd.
Wollt ihr da so lange bleiben um zu spielen? Da gewinnt man sowieso nicht.
Besonders viel zu bieten hat Las Vegas ja nicht.
Ich empfehle euch, nicht länger als 1-2 Tage dort zu bleiben.“

Das junge Paar wirkte etwas eingeschüchtert und sie taten mir wirklich leid.
Vegas ist eine tolle Stadt, besonders wenn man sie zum ersten Mal sieht.

Die gesamte Fahrt zum Canyon noelte der „nervige Norman“ über die Zustände in den USA:

„Diese Luftverpester, fahren überall mit dem Auto hin…
der Sprit ist im Verhältnis zu Deutschland nicht viel billiger,
da die Autos so viel Sprit verbrauchen…
die Hotelzimmerpreise sind eine Frechheit…was die hier frühstücken ist ja ekelhaft…bla, bla, bla.“

Irgendwann kam der nervige Norman dann zum Thema Ärzte und Untersuchungen in den USA.
Natürlich musste er vorher noch die Info loswerden, dass er beruflich oft in die USA muss.
Er erzählte folgende Anekdote:

„Ich musste hier in den Staaten ja auch schon mal zum Arzt.
Es ist ja einfach unverschämt, was die Ärzte hier verlangen.
Ich muss ja mehrfach im Jahr zum Ohrenarzt…
und ich hatte keine Zeit mehr in Deutschland zum Arzt zu gehen,
bevor ich hier rüber geflogen bin.
Wisst ihr, ich habe nämlich extrem viel Ohrenschmalz und wenn ich das Ohr nicht spülen lasse,
dann kann ich nichts mehr hören. Deshalb musste ich dann hier in den Staaten zum Arzt.
Wahnsinn, was da rauskam aus dem Ohr…“

KURZE PAUSE GEFÄLLIG?
Meinen Würgereiz musste ich in dem Moment auch unter Kontrolle halten.
Ok, weiter geht’s…

Nerviger Norman:
„Als ich bezahlen musste, wollte der doch tatsächlich fuer 5 Minuten Ohren spülen $250 haben.
Das ist doch wirklich eine Frechheit.
Ich habe dann die Schwester gefragt, ob der Preis ein Scherz sei.
Und sie meinte dann, dass es eine festgelegte Rate sei…der erste Besuch kostet $250
und jeder weitere Besuch dann nur noch $150.
Ich habe die gute Frau dann gefragt, was das fuer eine Logik sei
und sie sagte dann, dass ich mit dem Arzt sprechen muss,
wenn ich nicht mit dem Preis einverstanden bin.
Der Arzt hat mir dann einen Rabatt gegeben und ich habe dann nur noch $180 gezahlt.
So einen Stundenlohn hätte ich auch gerne…unglaublich sind die hier in den USA.“

Gott sei Dank mussten wir diesem Gespräch erst auf der Rückfahrt lauschen.
Das geplante Mittagessen hatten wir dann erst mal verschoben. 🙁
Anschliessend lies sich der nervige Norman vom Tour-Guide
mit dem Auto zum Hotel fahren (ca. 200m Fussweg).
Soviel dann zum Thema „die Amis muessen ja überall mit dem Auto hinfahren“.

Ich gebe zu, auch ich bin kein Fan des amerikanischen Gesundheitssystems,
dennoch sollte man nicht vergessen, dass man sich im Ausland befindet.

Andere Länder, andere Sitten.

Ich hatte oft das Bedürfnis, den nervigen Norman zu fragen,
warum er denn nach wie vor in den USA Urlaub macht.
So Sch… kann es hier dann wohl doch nicht sein, wie er behauptet.

Das sind die Momente, wo mir meine eigenen Landsleute peinlich sind.
Und Trinkgeld hat er dem Tour-Guide auch nicht gegeben…shame on you Norman!

15 Dez

Minute Clinic

Nachdem mein Arzt mich wegen der Hepatitis-Impfung abblitzen liess,
musste ich mir ja eine Alternative suchen.
Der Doc hatte mir zwar das Gesundheitsamt genannt,
aber da hatte ich nun wirklich keine Boecke drauf.
Das wäre meine „Notlösung“ gewesen.

Mir fiel ein, dass unsere Apotheke eine so genannte „Minute Clinic“ eingerichtet hatte.
Nach kurzer Recherche stellte ich fest, dass die nicht nur verschiedene Impfungen
anbieten, sondern auch Patienten mit geringfügigen Wehwehchen behandeln.
Dazu gehören Verbrennungen, Erkältungen, leichte Sportverletzungen etc.
Und das Schöne ist, man benötigt keinen Termin und die Sprechzeiten sind ebenfalls
verbraucherfreundlich (sogar am So. kann man dort jemanden konsultieren).

Allerdings ist kein Arzt vor Ort, sondern ein/e Arztassistent/in oder Nurse,
welche sogar Rezepte fuer einige Arzneimittel ausstellen dürfen.
Eine Anmeldung gibt es natürlich auch, allerdings nur in Computerform.
Man trägt sich demnach ein und ca. 10 Min. spaeter,
wird man in ein kleines Sprechzimmer gerufen.
Und dann geht es Zacki, Zacki: Arm frei – Nadel rein – Pflaster – Bezahlen – Fertig!
So mag ich es am Liebsten, wenn es nichts Ernsthaftes ist.

Meine Impfung konnte ich leider nicht bei der Krankenversicherung einreichen.
Die wird leider grundsätzlich nicht bezahlt.
Die Nurse wies mich dennoch darauf hin, dass die meisten Untersuchungen
von der Krankenversicherung bezahlt werden.

Fazit:
Eine gute Alternative, wenn es unkompliziert und schnell gehen muss.
Bei akuten Erkrankungen, die auf jeden Fall (am selben Tag) einen Arzt benötigen,
ist der Doctors Care oder MD 360 immer noch eine gute Anlaufstelle (7 Tage/Woche erreichbar).

06 Nov

Neues von der Ärztefront

Vor einigen Wochen rief ich meinen Arzt des NICHT-Vertrauens an,
um einen Termin zu vereinbaren.
Bei der Terminvergabe sagte ich der Sprechstundenhilfe,
dass ich zur Blutabnahme komme und eine Hepatitis-Impfung benötige.

Ich weiss, die Arzthelferinnen hören es nicht gerne, aber in den USA sind es
definitiv NUR Sprechstundenhilfen, die die etwas mehr Ahnung haben,
nennen sich Nurse (Krankenschwester).

Wir vereinbarten 8:45 Uhr fuer die Blutabnahme
und 9:15 Uhr fuer die Impfung durch meinen Doktor.

Am besagten Tag stand ich pünktlich um 8:40 Uhr vor der „Tante“ am Empfang.
Übermütig fragte ich noch, ob ich gleich ins Sprechzimmer fuer das Labor gehen soll.
Sie verneinte, die Nurse würde mich dann aufrufen.

Um 9:05 Uhr machte ich mich erneut bemerkbar und erwähnte,
dass mein Termin fuer die Blutabnahme um 8:45 Uhr gewesen sei.
„Ja, das wäre schon klar, aber die Blutabnahme findet erst nach dem Arztbesuch statt.“
Toll, da war ich schon mal angesäuert und mein Blutdruck stieg etwas an.
Warum bestellen die mich so früh, wenn das ganze erst danach stattfindet?
Es wäre noch zu erwähnen, dass ich nüchtern (ohne Frühstück) dort sass
und ich ja bekanntlich schlechte Laune bekomme, wenn der Zuckerspiegel
eine bestimmte Grenze unterschreitet.

Um 9:50 Uhr wurde ich dann aufgerufen.
Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, meinen Unmut deutlich zu machen.
Die Nurse meinte nur: „Sorry, aber der Dr. ist zeitlich etwas im Verzug heute.“
Ich darauf: „Tja, ich frage mich sowieso warum ich um 8:45 Uhr hier sein soll,
wenn meine Blutabnahme erst im Anschluss stattfindet?
Dann hätte man den Termin ja gleich anders vereinbaren können.“

Ich bekam darauf keine Antwort.

Als der Dr. kam wurde ich wie gewohnt, durch den Pulli abgehorcht
und mir wurde bestätigt, dass ich gesund sei.
Er wollte sich schon verabschieden, doch ich wies ihn darauf hin,
dass er mir noch meine Hepatits-Spritze geben muss.

Achtung, jetzt kommt’s!

Der Doktor: „Hepatitis Impfung? So etwas machen wir hier gar nicht.
Ich habe den Impfstoff gar nicht hier. Die Beschaffung dauert zu lange
und ist auch zu teuer. Das wären auch höhere Kosten fuer sie.
Nee, da gehen sie man zum Gesundheitsamt. Die machen das billiger.
Ich gebe ihnen die Adresse und falls die eine ärztliche Anordnung brauchen,
kann ich ihnen die ja noch zu senden.“

Und weg war er, wie der Roadrunner bei Bugs Bunny.
Nur das Vertraute „Miep, Miep“ fehlte.

Danach fand dann die Blutabnahme statt und um 11 Uhr verlies ich das Gebäude.

Meine Herren, war ich angepisst.
Blutdruck ueberirdisch. Hunger ohne Ende.  Frust grenzenlos.
Wozu in aller Welt habe ich diesen abgef… Termin gemacht?
Wozu habe ich der dummen Nuss am Empfang gesagt, was alles gemacht wird?
Kann man mir nicht gleich bei der Terminvereinbarung sagen, was geht und was nicht?

Ich weiss, meine Erwartungen sind einfach zu hoch.
Ich muss mich einfach vom deutschen Standard verabschieden.
In diesem Sinne:

Todesanzeige

Schweren Herzens nehmen wir Abschied

Nach langer Zuversicht tragen wir heute unseren
geliebten Freund „die Patientenzufriedenheit und Hoffnung,
einer guten, ärztlichen Versorgung in den USA“ zu Grabe.
Wir werden dich vermissen und hoffen auf ein Wiedersehen.