Vor 4 Wochen musste ich eine kleine OP bei mir durchführen lassen.
Es war nichts Dramatisches und mir geht es gut, kein Grund um sich Sorgen zu machen.

Die OP wurde ambulant durchgeführt, was mir sehr Recht war.
Wenn es nicht sein muss, übernachte ich ungern in Krankenhäusern.
Wobei das St.Francis eastside-Krankenhaus selbst fast schon Hotelcharakter hat.

Im Warteraum sind bequeme Sessel und natürlich diverse TVs zu finden.
Könnte auch ein überdimensionales Wohnzimmer sein,
wenn nicht dann und wann jemand auf der Trage durch”s “Wohnzimmer” gerollert wird.

Nach dem ich eingecheckt hatte, bekam NBK1971 einen Buzzer.
Das ist so ein Ding, welches man gerne in Restaurants bekommt,
wenn der Tisch noch nicht frei ist.
Irgendwann fängt das Teil an zu blinken und/oder zu brummen,
welches die Aufforderung ist am Tisch nun Platz nehmen zu können.

Die Schwester erklärte dann, dass der Buzzer zur Kommunikationsunterstützung dient.
Wenn es blinkt und brummt, sollte NBK1971 bitte zum Warteraum kommen,
da einer der Ärzte mit ihm sprechen oder die Schwester in abholen möchte.
Jedenfalls würden sie ihm empfehlen max. bis zur Cafeteria zu gehen,
denn eine groessere Reichweite hat das Ding nicht.

Anschliessend wurden NBK1971 und ich in den OP-Vorbereitungsraum gebracht,
der ebenfalls einen Fernseher hatte…alles fuer mein Entertainment.
Dort hiess es dann fuer mich, bitte nackig machen und dieses viel zu grosse,
altbackene (mit Blümchen, sah aus wie Kittelschürze) Haengerchen anziehen.
Stoppersocken bekam ich auch. 🙂

Die Schwester kam zurück und es begann die Fragestunde
(Name d. Arztes, was wird operiert usw.),um sicher zu gehen,
dass ich die richtige Patientin bin.
Weiter ging es mit der Verabreichung der Medikamente,
hierfür wurde ein Zugang in meiner Hand benötigt.
Nicht so toll…und etwas schmerzhaft beim Legen.

Nun war der Anästhesist dran mir einen Besuch abzustatten.
Gross, schlank, tiefe Stimme…und noch Zahnpasta an der Lippe…wie sympathisch. 🙂
Kurzer Fragenkatalog und schon war er wieder weg.
Zeit fuer die Schwester mit das Beruhigungsmittel zu geben…Happy-Land…yeah!

Zunächst dachte ich: “Mist, das Zeug hilft ja gar nicht.”
Der Weg zur Toilette belehrte mich eines Besseren, Zick-Zack laufen war angesagt.
“Ok, wirkt wohl doch ein bisschen.”
Einer der Operateure kam noch zu mir, aber davon weiss ich nicht mehr so viel.

Endlich ging es los, ab in den OP-Saal, aber vorher noch Hubby (Ehemann) “Tschüss” sagen.
(Habe ich leider keine Erinnerung mehr dran.)
Im OP musste ich mich auf den OP-Tisch legen…und dann gingen bei mir die Lichter aus.

Im Aufwachraum hörte ich eine sehr nette, männliche Stimme (Nein, leider nicht NBK).
Die Stimme (sein Name war Chris, dass weiss ich noch) sagte mir, alles sei gut gegangen.
Er versorgte mich mit Schmerzmitteln und Eiswürfeln. 🙂
Meine erste Frage war: ” Wie spät ist es?”
Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich weg war. Es waren ca. 90 Minuten.

5 Minuten später rollerte man mich in den OP-Vorbereitungsraum zurück
und fast zeitgleich kam NBK1971hinzu.
Die Schwester erklärte NBK1971, worauf ich zu achten hätte die nächsten Stunden und Tage.
Ich, persönlich hatte nur 2 Fragen:

1. Wann kann ich Kaffee trinken?
2. Wann kann ich wieder LineDancing machen?

Beide schauten mich etwas verwirrt an, NBK1971 lachte dann.
Typisch Elise!

Tja, und dann wurden wir quasi rausgeschmissen aus dem Krankenhaus.
Als alles mit der Schwester besprochen war, teilte sie mir mit,
ich koenne mich anziehen und nach Hause fahren.

Meine Antwort, noch unter Drogen:
“Just give me a minute, ok.”

Nach einigen Minuten kam sie wieder und wollte wissen,
ob ich fertig wäre um entlassen zu werden.
Meine Antwort: “Sorry, I still need a moment, ok.”

Weitere Minuten vergingen und die Schwester fragte uns erneut
und ob wir Hilfe bräuchten um mich anzuziehen.
“No, we’re good. I can handle it.” sagte NBK1971 und meinte anschliessend zu mir:
“Ich glaube, die wollen uns jetzt gerne loswerden. Lass’ uns zusehen, das wir die Biege machen.”

Und ehe ich mich versah, sass ich im Auto.
Zu Hause erholt man sich sowieso am Besten.

Am nächsten Tag erhielt einen Anruf vom Krankenhaus.
Sie wollten wissen, ob alles in Ordnung sei, wie die erste Nacht war,
wie Stark die Schmerzen seien und ob auch alle nett zu mir gewesen sind.

Die gesamte Erfahrung war sehr gut und angenehm,
sofern man das von OPs und Krankenhäusern sagen kann.
Getanzt habe ich natürlich schon wieder,
allerdings werde ich immer wieder an meine (Schmerz)grenze geführt.
Die Genesung braucht halt ihre Zeit.